Kinder- und jugendfreundliche Kommune- Was ist das?

Was ist das Siegelverfahren?

SIEGELVERFAHREN “KINDER- UND JUGENDFREUNDLICHE KOMMUNE”

Die Stadt Potsdam hat sich für das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ beworben. Die “Kinderfreundliche Kommune” ist eine gemeinsame Initiative des Deutschen Komitees für UNICEF e.V. und des Deutschen Kinderhilfswerkes e.V.

Es werden Städte und Gemeinden ausgezeichnet, die für die lokale Umsetzung der Kinderrechte – unter Beteiligung der in der Kommune lebenden Kinder und Jugendlichen – verbindliche Ziele und einen Aktionsplan entwickeln. Die im Aktionsplan verbindlich festgelegten Maßnahmen zur Verbesserung der Kinderfreundlichkeit in der Stadt müssen anschließend umgesetzt werden. Neun international gültige Bausteine bilden den Rahmen für den gemeinsamen Entwicklungsprozess, dazu gehören z. B. die Beteiligung von Kindern, die Information über Kinderrechte sowie ein ausgewiesener Kinder- und Jugendetat. Der gesamte Prozess ist zunächst auf 4 Jahre angelegt.

Das Kinder- und Jugendbüro wird diesen Prozess der Landeshauptstadt Potsdam als Fachstelle für Kinder- und Jugendbeteiligung begleiten und sich dafür stark machen, dass Potsdam kinder- und jugendfreundlicher wird. Insbesondere wollen wir mit diesem Prozess, die Kinderrechte in Potsdam bekannter machen, Beteiligungsrechte weiter ausbauen und v.a. mit daran arbeiten, dass verbindliche Strukturen für eine kinderfreundliche Stadtentwicklung geschaffen werden.

Mehr Infos zum Thema findet ihr auf der Seite vom Verein „Kinderfreundliche Kommune“ e.V. unter http://www.kinderfreundliche-kommunen.de/ oder in der Broschuere_Kinderfreundliche_Kommune.

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DIE NEUN BAUSTEINE ALS INTERNATIONALER STANDARD

KiJuB_Siegel_neun_bausteine1. Beteiligung von Kindern, d.h. Förderung aktiver Beteiligung in allen Angelegenheiten, die Kinder selbst betreffen und die Teilnahme an Entscheidungsprozessen, Beteiligungsrechte durch Kinder- und Jugendparlamente oder Kinderforen zur Verbesserung von Planungsprozessen in einem kinderfreundlichen Umfeld, Kinderbeauftragte in Ämtern

2. Kinderfreundliche Rahmengebung, d.h. Gesetzgebung und kommunale Rahmenprozesse bauen beständig die Rechte von Kindern aus, z.B. in der Gesundheitsvorsorge oder im Kinderschutz

3. Übergreifender Aktionsplan, d.h die Entwicklung einer abgestimmten Strategie (Aktionsplan) zur Verbesserung der Kinderfreundlichkeit in der Kommune, der gemeinsam von Politik, Verwaltung, Bürgerinnen und Bürgern, Kindern und Jugendlichen getragen wird

4. Interessenvertretung für Kinder, d.h.die Entwicklung dauerhafter Strukturen in der kommunalen Verwaltung, um Kinderinteressen zu berücksichtigen, z.B. Kinderbeauftragte in den einzelnen Ämtern

5. Vorrang für das Kindeswohl, d.h. die Sicherung, dass ein permanenter Prozess vorhanden ist, der die Berücksichtigung von Interessen von Kindern bei Entscheidungen der Gesetzgebung, Politik und Verwaltung garantiert

6. Ausgewiesener Kinderetat, d.h. auf der Basis einer Budgetuntersuchung für die Belange von Kindern und Jugendlichen, wird eine angemessene Ressourcen-Bindung kommunaler Jugendhilfe und außerschulischer Bildungsarbeit ausgewiesen und abgesichert

7. Regelmäßiger Bericht der „Kinderfreundlichen Kommune“, d.h. die Situation von Kindern und Jugendlichen und die Umsetzung von Kinderrechten in der Kommune werden ausreichend und regelmäßig überprüft und es erfolgt eine nachhaltige, lokale Kinder- und Jugendberichtserstattung

8. Informationen über Kinderrechte, d.h. Angebote an Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sicherstellen, dass die Kinderrechte bekannt gemacht werden

9. Unterstützung von Kinderrechtsorganisationen vor Ort, d.h. freie Trägerwerden unterstützt, die sich für Schutz-, Förder- und Beteiligungsrechte von Kindern einsetzen

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DIE SECHS SCHRITTE ZUR KINDERFREUNDLICHEN KOMMUNE
KiJuB_6_Schritte_KfKDie Stadt Potsdam als teilnehmende Kommune muss zur Erlangung des Siegels sechs Schritte gehen: Zu Beginn des Vorhabens steht die Willenserklärung der Kommune, sich an der Initiative zu beteiligen

(SVV-Beschluss am 01. April 2015).

Der zweite Schritt ist die Standortbestimmung. Anhand eines Fragebogens bestimmt die Kommune ihren Standort in puncto „Kinderfreundlichkeit“. Das Ergebnis wird vom Verein und einer Sachverständigenkommission ausgewertet. Der Fragebogen beinhaltet mehrere Dimensionen, u.a. Orientierung (Zielvorgaben, Leitbilder), die Struktur (Angebote), den Prozess (Partizipation, Nutzung, Information, Zusammenarbeit) und das Ergebnis (Evaluation, Qualitätssicherung). Er stellt die Sicht der Erwachsenen dar.

 

Die Auswertung der Standortbestimmung für Potsdam findet ihr hier: Auswertung Standortbestimmung Potsdam

Im dritten Schritt erfolgt ein breiter Beteiligungsprozess von Kindern und Jugendlichen. Sie äußern selbst in Workshops und mittels Befragung ihre Wünsche und Vorschläge zur Verbesserung ihrer Lebenssituation in der Kommune. Diese Erhebung dient der Bedürfniserfassung aus Sicht der Kinder und Jugendlichen unter Berücksichtigung mehrerer Altersgruppen und Sozialräume. Fragen wie z.B. „Wo fühle ich mich wohl?“, „Was fehlt mir?“ oder „Was bin ich bereit selbst dazu beizutragen?“ sind Teil der Erhebung. Außerdem erfolgt eine altersgerechte Information über die Prozess-Schritte.

Basierend auf den Ergebnissen der Auswertung der Fragebögen entwickelten der Verein „Kinderfreundliche Kommunen“ und die für Potsdam zuständigen Sachverständigen daraufhin 25 Empfehlungen für Potsdam.

Die Empfehlungen für Potsdam findet ihr hier: Empfehlungen für Potsdam

Mit Hilfe dieser Empfehlungen erstellt die Kommune im vierten Schritt einen ressortübergreifenden Aktionsplan. Er umfasst Ziele, konkrete Zeitpläne und Veranwortlichkeiten für die einzelnen Vorhaben und wird von der Stadtverordnetenversammlung bestätigt. Der Aktionsplan bildet die Grundlage für die Formulierung einer Zielvereinbarung zwischen der Verwaltung der Kommune und dem Verein „Kinderfreundliche Kommune“. Nach Unterzeichnung der Zielvereinbarung erhält die Stadt im fünften Schritt das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“.

Während des gesamten Prozesses wird die Kommune durch die unabhängige Sachverständigenkommission und den Verein begleitet und beraten. Die Sachverständigen liefern einen Zwischen- und einen Abschlussbericht. Sie hinterfragen die inhaltliche und finanzielle Prioritätensetzung in der Kommune in Bezug auf den Schutz, die Förderung und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen.

Die Auszeichnung „Kinderfreundliche Kommune“ gilt vier Jahre lang. Danach kann ein weiterentwickelter Aktionsplan beschlossen und die Zielvereinbarung erneuert werden. So bleibt der Kommune die Auszeichnung erhalten.

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DER AKTIONSPLAN

Als vierten Schritt zu einer kinder- und jugendfreundlichen Kommune muss die teilnehmende Stadt im Zusammenspiel von Politik, Verwaltung, Unternehmen und privaten Organisationen einen Aktionsplan entwickeln.

Der Aktionsplan ist das Ergebnis aus der Standortbestimmung, den Ergebnissen der Beteiligungsverfahren der Kinder und Jugendlichen sowie aus den gemeinsamen Beratungsgesprächen mit dem Verein und den Sachverständigen. Die von den Sachverständigen entwickelten Leitfragen bilden die Grundlage für die Beratungsgespräche in der Kommune. Nach Sichtung aller Unterlagen und der Gespräche geben Verein und Sachverständige Empfehlungen für den Aktionsplan.

Der Aktionsplan orientiert sich an den vier Schwerpunkten Vorrang des Kindeswohls, Rahmengebung, Partizipation und Information, denen alle Inhalte der neun Bausteine zugeordnet wurden. Der Aktionsplan ist Leitbild und Maßnahmenkatalog zugleich. Er bindet die Politik und Verwaltung im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention mit einer Beschlussfassung der Stadtverordnetenversammlung. Die Kommune stellt dann den Antrag auf Auszeichnung, den die Sachverständigenkommission prüft. Nach dem Vorschlag der Sachverständigenkommission an den Vorstand des Vereins „KInderfreundliche Kommunen e.V.“ entscheidet dieser über die Vergabe der Auszeichnung „Kinderfreundliche Kommunen“ für die kommenden vier Jahre.

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Quelle: http://www.kinderfreundliche-kommunen.de/kommunen/potsdam/buergermeister/

KiJuB_Siegel_Jakobs

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Quelle:  http://www.kinderfreundliche-kommunen.de/kommunen/potsdam/aktueller_sachstand/

KiJuB_Vertragsunterzeichnung_Siegel

 

 

 

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